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spannverbund
Philharmonie Luxembourg - die neue Konzerthalle der Stadt Luxembourg

Auf einer Anhöhe gelegen, soll die neue Philharmonie der Stadt Luxembourg dem Besucher nicht nur ein akustisches, sondern auch ein optisches Fest der Sinne bieten.



Vor dem Genuss musikalischer Höhepunkte empfehlen wir einen Gang durch die 18 Meter hohe Wandelhalle, entlang des ellipsenförmigen Orchesterraumes. Gesäumt von mehrreihigen Rundstahlstützen, die die Glasfassade tragen und in einem engen Abstand zueinander stehen, bildet sich für den Betrachter eine Art stählerner Vorhang.

 

 

Projektbeschreibung:

Der eigentliche Orchester- und Besucherraum ist ellipsenförmig von Betonwänden umgeben, in denen sich Logen und Treppenhäuser befinden. An der Außenseite dieses Innenraumes schließen mit Hilfe von Auflagerkonsolen strahlenförmig 74 Stahl-Fachwerkbinder unterschiedlicher Länge an. Die Fachwerkbinder ragen am äußeren Ende über eine Stützkonstruktion, bestehend aus Stahlrohrstützen mit einem Durchmesser von 324 mm, hinaus. Die Oberseite der Fachwerkbinder dient als Unterkonstruktion für die Dacheindeckung bzw. des ringförmig um die ellipsenförmige Betonwand verlaufenden Dachaufbaus mit Glaseindeckung.


In radialer Richtung sind bis zu 4 Rundstützen mit einem Systemabstand von 1.040 mm angeordnet. 

Stützentypen von Außen nach Innen:

optische Außenstütze (ohne Tragfunktion), 

tragende Stütze (Lastabtragung der Dachkonstruktion), 

Fassadenstütze (Einbindung der Glasfassade in tangentialer  Richtung umlaufend), 

Innenstütze (mit Belüftungstechnik oder Elektroanschlüssen bzw. –installationen).


In tangentialer Richtung ist der Systemabstand der Rohrstützen im wesentlichen ebenfalls 1.040 mm (204 x). Weitere Felder mit einem Systemabstand 2.080 mm (26 x) nehmen z. T. die 13 Türanlagen auf.


Zwischen der Betonwand des Konzertsaals und den Rohrstützen entsteht eine umlaufende Wandelhalle von 18 Metern Höhe.

Die Vorstellung des Architekten, einen stählernen Vorhang als Außenfassade des Gebäudes zu realisieren, wurde durch die ausgesprochen engen Stützenabstände sowie durch die Anordnung mehrerer Stützen radial hintereinander verwirklicht.


Die umlaufenden Fassadenstützen bilden eine zum Konzertsaal leicht versetzte ellipsenähnliche Form.









Ein besonderes Augenmerk galt dem Stahlbau, der Fassade und dem Schallschutz.

Eine hohe technische Herausforderung stellt das Gebäude durch die Ausbildung einer rahmenlosen Glasfassade, ohne Pfosten/Riegelkonstruktion, in Kombination mit den Rundstützen dar. Dabei waren erhebliche Verformungen der Stahlkonstruktion in einer Größenordnung von ca. +/- 20 mm (daraus ergibt sich eine absolute Differenz von 40 mm) zu berücksichtigen. Diese sind auf Windlasten und temperaturabhängige Längendehnung der Stahlkonstruktion zurückzuführen. Besondere Anforderungen wurden durch diese Verformungen an die Dichtungen und die Einfassungen der Fassade in die Stützen gestellt. Die Glaseinbindung musste so ausgeführt werden, dass Bewegungen der Stahlstützen möglich sind und gleichzeitig die Dichtheit und Funktionstüchtigkeit der Fassade gewährleistet bleibt.


offene Halbschale                                 geschlossene Stütze

Die Fassadenstützen bestehen im wesentlichen aus einer Rohrhalbschale (Gebäudeinnenseite), die in Kombination mit Blech und Vierkantstählen zum statisch erforderlichen Querschnitt ausgebildet wurden. In Richtung der Fassadenachse wurde beidseitig eine Art Tasche ausgebildet, in welche die Isolierglasscheiben der Glasfassade hineinragen.

Die Glasscheiben haben eine Höhe von 3,1 Meter, so dass 5-6 Glasscheiben gestapelt werden mussten. Die Scheiben werden durch eine 28 mm hohe Horizontalfuge getrennt und über Auflagerwinkel mit den Kernen verschraubt. Nach der Glasmontage wurden  auf der Außenseite Rohrhalbschalen angebracht, so dass die Fassadenstützen optisch ein rundes Erscheinungsbild bekamen.



Die vor den Fassadenstützen stehenden Außenstützen werden, wie in Versuchen nachgewiesen, durch den Wind zu Schwingungen angeregt. Deshalb sind im Inneren der Stützen speziell entwickelte Schwingungsdämpfer der Firma spannverbund GmbH eingebaut worden.



Die Gesamtmontagezeit betrug über ein Jahr (November 2003 - Dezember 2004). 

Die feierliche Eröffnung findet am 26. Juni 2005 zum Abschluss der luxembourgischen Präsidentschaft des Ministerrats der Europäischen Union statt.



Die Philharmonie Luxembourg – für 1.500 Besuchern ein sowohl visuelles wie auch akustisches Fest der Sinne.




Weitere Informationen unter:


Gesamtverantwortlich für das Projekt:

Verantwortlich für die Schwingungsdämpfer:

  
Gesellschaft für Verbundträger mbH

http://www.stahlbau-queck.de
EMail:info@stahlbau-queck.de

Anschrift:
Claus Queck GmbH
Industriestr. 13
52355 Düren

http://www.spannverbund.de/
EMail:zentrale@spannverbund.de

Anschrift:
spannverbund GmbH
Auf der Lind 13
65529 Waldems

Projektdaten

Stahlkonstruktion:

2.500 to

Aufgeteilt in:

ca. 600 to Fachwerkbinder, Pfetten, Verbände etc.

ca. 100 to Stahlkonstruktion Dachaufbau, Mediathek, Verbindungstunnel

ca. 1.800 to Stützen
(Anzahl 846)

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Isolierverglasung:

5.000 m²

Aufgeteilt in:

ca. 3.800 m² Fassade Säulenhalle

ca. 1.000 m²
Dachaufbau

ca. 200 m² Mediathek und Verbindungstunnel

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Beteiligte Firmen:

Claus Queck GmbH

spannverbund GmbH


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Crosslinks zum Thema:

Schwingungsdämpfer

Software:
Resonanzuntersuchung von Verbundträgern

Produkte:
Schwingungstilger